Von der Schule aus führte uns Herr Berger, der Leiter des Kranzberger Museums, zuerst zum Wasserhochbehälter. Herr Neumaier erzählte uns, wen der Hochbehälter mit Wasser versorgt.
Wir durften sogar in den Hochbehälter hinein und das ganz klare Trinkwasser anschauen. Sonst darf man da eigentlich nicht hinein. Es waren 1 Million Liter Trinkwasser darin. Spannend war es auch, als wir zur Pestsäule gingen. Herr Berger erzählte uns, dass hier auf dem Pestacker alle begraben sind, die in Kranzberg an der Pest starben. Auf der Pestsäule sind die Reliefs der hl. Maria, des hl. Korbinian, des hl. Sebastian und von Jesus zu erkennen. Die Pest begann 1634. 1934 wurde zur Erinnerung an die Sebastianskapelle, die einmal an diesem Platz stand, die Pestsäule errichtet. Anschließend wanderten wir zur Kirche. Dort betrachteten wir die alte Schule. Diese Schule hatte damals nur einen Lehrer. Später war die Gemeinde darin, heute sind Kindergarten und Hort untergebracht. In der Kirche zeigte uns Herr Berger die Figur des hl. Sebastian, die ursprünglich in der Sebastianskapelle stand. Nun machten wir uns auf den Weg zum Pantaleonsberg.
Susi und Johannes St.
Unterwegs kamen wir am Überreiterhaus vorbei. Der Begriff Überreiter bedeutet, dass ein Zöllner an der Grenze des Dorfes entlang ritt und aufpasste, dass niemand ohne Zoll die Gemeindegrenzen überschritt. Auf dem Pantaleonsberg staunten wir, als wir im Museum endlich das Golddiadem von Bernstorf entdeckten! Ist das schön! Wir fanden noch viele Spuren aus der Geschichte, von denen wir in unserem Geschichtsunterricht gehört hatten.
Dann marschierten wir zum Fischerwirt weiter. Herr Berger erklärte uns, wie es zum Kranzberger Pflegegericht gekommen war. Der Herzog von Bayern baute auf dem Pantaleonsberg ein Schloss und setzte einen Pfleger ein. Der Pfleger war gleichzeitig der Richter. Wir erfuhren auch, dass der Rauschecker früher das Gefängnis war. Vom Gericht bis zum damaligen Gefängnis führte ein Geheimgang. Schade nur für uns Kinder, dass dieser Gang nicht mehr zu entdecken ist! Dem Gericht unterstanden die Unterämter Allershausen, Garching, Langenbach und Indersdorf. 1804 wurde das Gericht aufgelöst und von Freising übernommen. Neben dem Beruf des Richters gab es in Kranzberg noch andere mittelalterliche Berufe: Fischer, Zimmerer, Kistler (er baute für Lebensmittel hölzerne Kisten), Wagner (er baute und reparierte Pferdewägen), Hüter, Gerber (er verarbeitete Tierhaut zu Leder).
Und der Bader hat nicht nur die Leute gebadet, sondern er war auch Frisör und nahm Leuten mit Bluthochdruck mit Blutegeln Blut ab.
Nach diesem schönen Vormittag gingen wir zur Schule zurück.
Hannah
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